
Wie entsteht Angst?
Angst ist ein grundlegendes menschliches Gefühl, das uns vor Gefahren schützt. Doch wenn Angst überhand nimmt, sich verselbstständigt oder in harmlosen Situationen auftritt, kann sie das Leben stark einschränken. Wie entsteht Angst, warum bleibt sie oft hartnäckig bestehen, und wie kann man sie wirksam lösen?
Häufig spielt die persönliche Erfahrung eine entscheidende Rolle dabei, wie stark und in welchen Situationen Angst empfunden wird. Zudem können genetische Faktoren und das soziale Umfeld erheblich dazu beitragen, wie wir mit Angst umgehen. Das Verständnis dieser Komponenten ist der erste Schritt, um effektive Strategien zur Bewältigung von Angst zu entwickeln.
Die Wissenschaft hinter der Emotion
Angst entsteht durch ein komplexes Zusammenspiel von Nervensystem und Erfahrungen. Die wichtigsten Faktoren:
Die Amygdala – unser Angstzentrum
Die Amygdala, ein mandelförmiger Teil des limbischen Systems, bewertet Sinneseindrücke blitzschnell und entscheidet, ob eine Gefahr besteht. Sie funktioniert nach dem Prinzip „Lieber einmal zu viel als zu wenig“ – ein evolutionärer Mechanismus, der uns früher vor Raubtieren und Gefahren schützte. Die Amygdala kann auch durch positive Erfahrungen wieder beruhigt werden, was die Bedeutung von positiven Erlebnissen aber auch unserer inneren Wahrnehmung einer Situation unterstreicht. Eine Möglichkeit, die Amygdala zu beruhigen, ist beispielsweise die Bildung von Assoziationsketten. Die negativen Gedanken werden Schritt für Schritt auf positive Gedanken ausgerichtet.
Das autonome Nervensystem – Kampf, Flucht oder Erstarrung
Wird eine Situation als bedrohlich eingestuft, aktiviert das autonome Nervensystem die Stressreaktion:
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Herzschlag und Atmung beschleunigen sich.
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Muskeln spannen sich an.
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Der Körper schüttet Adrenalin und Cortisol aus.
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Die kognitive Verarbeitung wird reduziert – wir handeln instinktiv.
Diese Reaktionen sind so tief in uns verankert, dass sie oft ohne bewusste Kontrolle ablaufen.
Erfahrungen und erlernte Angst
Unser Gehirn speichert gefährliche oder belastende Erlebnisse besonders tief ab. Negative Erfahrungen, besonders in der Kindheit, können sich als unbewusste Muster festsetzen und später irrationale Ängste auslösen – auch wenn keine echte Gefahr mehr besteht. Diese Muster können durch gezielte hypnotherapeutische Ansätze erkannt und verändert werden.
Gedankenmuster und Verstärkung
Wiederholte ängstliche Gedanken („Das könnte gefährlich sein“, „Ich halte das nicht aus“) verstärken die Angst langfristig. Das Gehirn wird sozusagen „trainiert“, Angst schneller und häufiger auszulösen.
Einen Umgang mit der Angst finden
Viele Menschen versuchen, Angst zu vermeiden – sei es durch Rückzug, Vermeidungsverhalten oder Kontrolle. Doch diese Strategien verstärken das Problem langfristig:
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Vermeidung verhindert die Neubewertung der Situation. Wenn wir eine angstauslösende Situation meiden, bestätigen wir unserem Gehirn, dass sie gefährlich ist – und die Angst bleibt bestehen. Langfristig kann dies dazu führen, dass wir immer weniger Situationen als sicher empfinden und unsere Komfortzone immer kleiner wird.
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Dauerstress hält das Nervensystem in Alarmbereitschaft. Chronischer Stress sensibilisiert die Amygdala, sodass sie schneller anspringt. Dieser Zustand der ständigen Alarmbereitschaft kann zu körperlichen und psychischen Erschöpfungszuständen führen. Entspannungstechniken und regelmäßige Pausen sind entscheidend, um das Nervensystem zu beruhigen und die Stressreaktion zu verringern.
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Negative Selbstgespräche verstärken das Angstgefühl. Gedanken wie „Ich kann nicht mit dieser Angst umgehen“ machen sie mächtiger. Affirmationen, Reframing oder eine positive Einstellung können helfen, die eigene Wahrnehmung zu verändern und die Kontrolle über die Angst zurückzugewinnen.
Wie kann man Angstgefühle nachhaltig lösen?
Moderne Methoden wie EMDR/wingwave, brainlog oder Hypnose können helfen, die Angst an der Wurzel zu verändern, anstatt sie nur zu unterdrücken.
1. Bilaterale Stimulation/EMDR & Wingwave-Therapie
Durch gezielte Augenbewegungen oder taktile Reize kann das Gehirn belastende Emotionen verarbeiten, ähnlich wie in der REM-Schlafphase. Studien zeigen, dass dies die Amygdala beruhigt und Angstreaktionen nachhaltig reduziert. Diese Methode kann besonders bei traumatischen Erfahrungen hilfreich sein, da sie die Stressreaktion auf eine zuvor angstbehaftete Situation minimiert.
2. Hypnose – Veränderung auf tiefster Ebene
Hypnose ermöglicht direkten Zugang zum Unterbewusstsein. Ängste können gezielt umprogrammiert und durch positive, stärkende Überzeugungen ersetzt werden. Besonders effektiv sind:
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Regressionstechniken, um die Ursache der Angst zu neutralisieren.
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Suggestionen, die das Gehirn auf Sicherheit und Gelassenheit ausrichten.
3. Bewährte Strategien zur Selbstregulation bei Ängsten
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Atemtechniken: Tiefe Bauchatmung aktiviert den Parasympathikus und beruhigt das Nervensystem. Regelmäßig angewendet können Atemtechniken helfen, die allgemeine Stressresistenz zu erhöhen.
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Somatische Übungen: Körperliche Bewegung kann helfen, Stresshormone abzubauen. Aktivitäten wie Yoga oder Tai Chi fördern zudem die Körperwahrnehmung und innere Balance.
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Achtsamkeit und kognitive Umstrukturierung: Ängstliche Gedanken erkennen und durch realistische, positive Überzeugungen ersetzen. Diese Anti-Angst-Strategien fördern eine bewusste Lebensweise und stärken die Resilienz gegenüber stressigen Situationen.
Ängste in Zuversicht verwandeln
Angstgefühle müssen nicht von Dauer sein – Angst kann reguliert, reduziert oder sogar aufgelöst werden. Wer die zugrunde liegenden Mechanismen der Angst versteht und gezielt mit dem Unterbewusstsein arbeitet, kann nachhaltige Veränderungen erreichen. Der erste Schritt ist oft die Erkenntnis, dass Angst eine normale menschliche Reaktion ist, die jedoch durch gezielte Interventionen wie Hypnose, wingwave oder EMDR reduziert werden kann.
Wenn Sie Ihre Ängste überwinden möchten, begleite ich Sie gerne in meiner Praxis in Hamburg Harvestehude mit individuell abgestimmten Methoden.
Hypnose Praxis Harvestehude | Parkallee 82 | 20144 Hamburg | Telefon 040 58 20 66