
Angst und Panik überwinden
Ängste verstehen, lösen und nachhaltig verändern
Angst ist ein grundlegendes menschliches Gefühl, das uns vor Gefahren schützt. Doch wenn sie überhandnimmt oder in harmlosen Situationen auftritt, kann sie das Leben stark einschränken. Eine effektive Methode, um mit solchen Ängsten umzugehen, ist die Nutzung von Assoziationsketten.
Was ist eine Assoziationskette?
Eine Assoziationskette ist eine Technik, bei der man ein bestimmtes Wort oder eine Vorstellung nimmt und es schrittweise mit anderen, positiveren oder neutraleren Begriffen verbindet. Dadurch lenken wir unser Denken bewusst um – weg von der Angst, hin zu mehr Leichtigkeit und Lösungsorientierung.
Dieser Prozess basiert auf der natürlichen Funktionsweise unseres Gehirns: Gedanken sind nicht isoliert, sondern miteinander verknüpft, ähnlich wie ein Netzwerk aus Straßen. Angstgedanken neigen dazu, immer wieder die gleiche, vertraute Route einzuschlagen – eine Art gedanklicher Autopilot. Mit der Assoziationskette unterbrechen wir diese automatische Schleife und bauen bewusst neue gedankliche Wege auf.
Warum funktionieren Assoziationsketten bei Angst?
Trainieren Sie Ihr Gehirn auf positive Gedanken
Unser Gehirn arbeitet mit Verknüpfungen. Gedanken sind nicht isoliert, sondern lösen andere Gedanken aus – genau wie ein Dominostein den nächsten umstößt. Bei Angst passiert das oft unbewusst: Ein negatives Wort oder eine Erinnerung aktiviert automatisch eine ganze Reihe von belastenden Gedanken.
Doch das Gehirn ist formbar! Wenn wir es trainieren, Assoziationen bewusst in eine andere Richtung zu lenken, entstehen neue neuronale Verbindungen. Dadurch lernt das Gehirn, in stressigen Situationen schneller von Angst zu Beruhigung oder Lösungen zu wechseln.
Das Beste daran: Diese Technik ist einfach, braucht keine Hilfsmittel und kann überall angewendet werden.
So wenden Sie die Assoziationskette an
Trainieren Sie, Ihren Fokus bewusst auf positive Situationen umzulenken
Starten Sie mit dem Angstgedanken. Wählen Sie ein Wort oder eine Situation, die Ihnen Unbehagen bereitet, beipsielsweise:
- „Prüfung“
- „Flugzeug“
- „Alleine sein“
- „Ungewissheit“
Suchen Sie eine erste neutrale oder positive Verbindung. Fragen Sie sich: Womit könnte ich dieses Wort noch in Verbindung bringen?
- Prüfung → Lernen
- Flugzeug → Reisen
- Alleine sein → Freiheit
- Ungewissheit → Möglichkeiten
Lassen Sie den Gedanken weiterfließen. Bauen Sie die Kette aus, Schritt für Schritt:
- Prüfung → Lernen → Fortschritt → Erfolg → Erleichterung
- Flugzeug → Reisen → neue Orte → Abenteuer → Freude
- Alleine sein → Freiheit → Zeit für mich → Kreativität → Wohlbefinden
- Ungewissheit → Möglichkeiten → neue Chancen → Wachstum → Entfaltung
Wichtig: Es geht nicht darum, Angst zwanghaft in etwas Positives zu verwandeln und sich schön zu reden. Vielmehr trainieren wir, den Fokus zu verschieben und die Bandbreite an möglichen Gedanken zu erweitern.
Beispiel für eine Assoziationskette aus dem Alltag
Von Angst zu Zuversicht am Beispiel Präsentationen
Situation: Sie haben Angst vor einer bevorstehenden Präsentation.
Angstgedanke: „Ich werde bestimmt versagen.“
Stattdessen starten Sie eine Assoziationskette:
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Präsentation → Wissen vermitteln
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Wissen vermitteln → Etwas Wertvolles teilen
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Etwas Wertvolles teilen → Menschen inspirieren
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Menschen inspirieren → Anerkennung
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Anerkennung → Selbstvertrauen
Plötzlich fühlt sich die Präsentation nicht mehr nur bedrohlich an. Sie ist eine Gelegenheit, etwas Sinnvolles zu tun. Die körperliche Anspannung kann sich lösen, weil das Gehirn nicht mehr nur auf die Angst fixiert ist.
Tägliches Training für ein angstfreieres Denken
Befreien Sie sich aus negativen Gedanken
Diese Technik lässt sich wunderbar im Alltag üben. Je öfter Sie sie anwenden, desto leichter wird es, sich aus negativen Gedankenketten zu befreien - und das nicht nur in akuten Stressmomenten, sondern auch langfristig.
Denn unser Gehirn arbeitet nach dem Prinzip der Neuroplastizität: Wiederholte Denkmuster stärken bestimmte neuronale Verbindungen. Wenn wir also regelmäßig Assoziationsketten nutzen, trainieren wir unser Gehirn darauf, flexibler und lösungsorientierter zu denken. Anstatt automatisch in Angst- und Stressreaktionen zu verfallen, fällt es uns mit der Zeit leichter, alternative Sichtweisen und positive Perspektiven einzunehmen.
Übungen für den Alltag:
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Morgens eine positive Kette setzen: Starten Sie mit einem zufälligen Wort (z. B. „Tag“) und bauen Sie eine Assoziationskette mit angenehmen Begriffen auf. Beispiel: Tag → Sonnenaufgang → Licht → Wärme → Energie → Motivation → Freude.
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Abends besser einschlafen und zur Ruhe kommen: Starten Sie die Assoziationskette mit dem Ausgangswort Schlaf: Schlaf → Ruhe → Entspannung → Loslassen → Regeneration → Stärkung des Immunsystems → Stressresistenz → bessere Konzentration und Leistungsfähigkeit am Tag
- Angstmomente gezielt umlenken: Wann immer Sie sich ängstlich fühlen, nutzen Sie die Methode bewusst, um alternative Gedankenbahnen zu aktivieren.
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Schreiben oder laut sprechen: Manche Menschen erleben den Effekt stärker, wenn sie die Assoziationskette aufschreiben oder laut aussprechen.
Hören Sie beim Schreiben die wingwave Musik - Diese baut nebenbei Stress ab und unterstützt kreative Prozesse.
Ihr Denken lenkt Ihre Emotionen
Raus aus der Angstspirale
Assoziationsketten sind eine einfache, aber kraftvolle Methode, um aus der Angstspirale auszusteigen. Sie helfen dabei, das Gehirn umzuprogrammieren und neue Denkweisen zu etablieren. Mit der Zeit wird diese Technik zu einer natürlichen Denkweise – einer Art mentalem Muskel, der uns hilft, gelassener, flexibler und widerstandsfähiger mit Angst und Stress umzugehen.
Probieren Sie es aus! Ihr Verstand ist nicht Ihr Gegner – Sie können ihn lenken. Und mit jeder neuen Assoziation erschaffen Sie eine neue Möglichkeit, mit Angst umzugehen.
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